Kleine Dinge können auch groß werden

04. Mai 2026

Hersbruck – Wer derzeit über die inklusive Streuobstwiese des Fachbereichs Autismus der Rummelsberger Diakonie spaziert, entdeckt eine kleine Baustelle. Dort entsteht ein besonderes Gebäude: ein Tinyhouse, das im Sommer fertiggestellt werden soll. Auch wenn es auf den ersten Blick klein wirkt, bietet es für die Streuobstwiese viele neue Möglichkeiten. Außerdem wird es ein extra Häuschen mit einer Komposttoilette geben die ohne fließendes Wasser und Chemie auskommt. Mit zum Projekt gehört auch der Gerätewagen, der bereits seit drei Jahren auf der Wiese steht. 

„Mit dem Haus können wir die Wiese künftig bei jeder Witterung nutzen“, freut sich Projektleiterin Alina Stampfl. Gerade für Gruppenangebote sei das eine wichtige Ergänzung. Denn die inklusive Streuobstwiese ist als Lern- und Begegnungsort konzipiert: Hier erleben Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam Natur, lernen etwas über ökologische Zusammenhänge und können an unterschiedlichen Mitmachaktionen teilnehmen. 

Das Tinyhouse soll dafür künftig einen geschützten Raum bieten. Auf rund 19 Quadratmetern entstehen mehrere kleine Bereiche: ein gemütlicher Ruheplatz mit großem Panoramafenster, von dem aus sich die Natur auch bei Regen oder im Winter beobachten lässt, eine kleine Teeküche sowie ein Arbeits- und Angebotsbereich für kreative und pädagogische Aktivitäten. So können auch dann Beschäftigungsangebote stattfinden, wenn das Wetter draußen einmal nicht mitspielt.

Auf der Streuobstwiese selbst finden bereits jetzt verschiedene Aktionen statt. Dazu gehören beispielsweise Natur- und Umweltbildungsangebote, gemeinsames Pflanzen und Pflegen der Obstbäume, das Beobachten von Insekten und Vögeln, kreative Naturaktionen, kleine Workshops sowie jahreszeitliche Mitmachangebote rund um Blüte, Ernte und Verarbeitung von Obst. Ziel ist es, Natur mit allen Sinnen erlebbar zu machen und Begegnungen zwischen Menschen mit und ohne Behinderung zu ermöglichen.

Die inklusive Streuobstwiese ist ein Herzen-Projekt des Fachbereichs Autismus. „Das Tinyhouse ist eine ideale Ergänzung für unsere Wiese“, sagt Leiter Ralph Eichenseher. Die Kosten für Tinyhouse, Komposttoilette und Gerätewagen belaufen sich auf rund 120.000 Euro, die von verschiedenen Stiftungen und Spender*innen zur Verfügung gestellt wurden. 

Egbert Reinhold

Alina Stampfl steht vorm Tinyhouse
Alina Stampfl steht vorm Tinyhouse
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Alina Stampfl steht vorm Tinyhouse
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Michaela Flaeme