Wenn Bilder Geschichten erzählen
15. Oktober 2026Nürnberg – Über sieben Jahre hinweg standen kreative Begegnungen von Menschen mit und ohne Fluchthintergrund im Fokus des inklusiven Kunstprojekts ARTogether der Rummelsberger Diakonie, gefördert von Aktion Mensch. Nun endet das Projekt mit dem 31.12.2026.
Am 7. Oktober wurde nun die sechste und letzte Jahresausstellung von ARTogether mit einer gelungenen Vernissage eröffnet. In diesem Jahr fand sie in der wunderbaren St. Martha Kirche statt. „Wir freuen uns, diese letzte Jahresausstellung in unserer Kirche erleben zu dürfen, denn ARTogether schafft dort Brücken, wo Worte fehlen. Ich bin schon sehr gespannt auf die ausgestellten Werke und die Geschichten, die sie erzählen,“ begrüßte Pfarrerin Stefania Scherffig die zahlreich erschienenen Gäste.
Seit Anfang 2020 konnten Teilnehmende mit und ohne Fluchthintergrund im Atelier von ARTogether miteinander kreativ werden. Ab 2022 gab es auch verschiedene Gruppenangebote sowie Projekte mit verschiedenen Partner*innen in Nürnberg. Darunter fielen z.B. die Technische Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, der Vischers Kulturladen und das Klinikum Nord. Das Projekt ist Teil des Psychosozialen Zentrums für Flüchtlinge (PSZ) Nürnberg.
Der Kirchraum war an diesem Abend gut besetzt. Es waren rund 80 Gäste erschienen, darunter Vertreter*innen der Stadt Nürnberg, Netzwerkpartner*innen, Vertreter*innen der Rummelsberger Jugendhilfe sowie Freund*innen und Förder*innen des Projekts.
Da Elisabeth Ries, Referentin für Jugend, Familie und Soziales der Stadt Nürnberg, an diesem Abend aufgrund eines anderen Termins nicht persönlich dabei sein konnte, brachte Stadtrat Michael Ziegler ihre Grüße mit. Ziegler betonte in seinem Grußwort wie wichtig die Arbeit des Projekts und des Psychosozialen Zentrums Nürnberg sei: „Danke, dass Sie täglich Menschen mit und ohne Migrationshintergrund auf Augenhöhe begegnen und danke, dass Sie ihre Betreuungs- und Beratungsarbeit so ernst nehmen und sich dafür in Nürnberg stark machen.“
Die wichtigsten Gäste des Abends waren die Projektteilnehmenden mit der Kunsttherapeutin Gabriele Wehr und der Projektkoordinatorin Dr. Jelena Hoghe, die aus den vergangenen sieben Projektjahren berichteten.
Irada (19) aus Kasachstan, stellte Ihr Bild namens Nostalgie vor: „Erlebnisse, ob gut oder schlecht, leben in unserem Inneren weiter, auch wenn sie schon vorbei sind. Nostalgie ist aus meiner Erinnerung an einen wunderbaren Sommertag entstanden – der für immer in mir weiterlebt.“ Marina aus Russland brachte ihr Werk „Illusionen“ mit und betonte, wie dankbar sie für ARTogether sei: „In diesem besonderen Projekt konnte ich mich und meine Persönlichkeit entdecken, mir begegnen und meine Gefühle ausdrücken.“
Der festliche Ausstellungsauftakt war ideal, um auf die Werke der Teilnehmenden einzustimmen. Gleichzeitig erfuhren die Gäste viel Spannendes über die Entstehungsgeschichte und Arbeit des Projekts und des PSZ Nürnberg. Emotionale Momente, wunderbare Bilderwelten und spannende Videos zeugten von Jahren erfolgreicher Kreativ- und Integrationsarbeit durch das Projekt und alle Beteiligten.
Sie haben auch Lust die Bilder und Ihre Geschichten zu entdecken? Dann besuchen Sie unsere Ausstellung. Bis zum 21. Oktober ist sie in der Kirche St. Martha, Königstraße 79, 90402 Nürnberg zu sehen.